Mittwoch, 28 Juli 2021

Basel II und EFSF - das Chaos bahnt sich immer seinen Weg!

geschrieben von  Wirtschaft Donnerstag, 27 Oktober 2011 14:25

Kritiker des EFSF: Prof. Dr. Wilhelm Hankel, Tom Rohrböck und BZÖ-Bündnis- und Klubobmann im österreichischen Nationalrat Josef Bucher Salzburg - Ordnung ist ja eine feine Sache. Und man ist immer wieder davon fasziniert mit wievielen "ordentlichen" Gesetzen Politiker Ordnung in den internationalen Finanzmarkt bringen wollen. Heute diskutieren wir neben dem gefühlt 280sten EURO-Rettungsschirm vor allem über die "böse" Macht US-amerikanischer Ratingagenturen. Doch woher kommt diese Macht?

Wer hat sie diesen verliehen? Tatsächlich machten sich zum Aufbruch ins 21. Jahrhundert europäische Politiker daran, den Finanzmarkt zu stabilisieren und von vermeintlich unlauteren Geschäftemachern im Bankwesen zu befreien. Das sogenannte BASEL II - damals ein Horror für alle mittelständischen Betriebe - sollte die Antwort sein. Denn BASEL II legte nun endlich fest, dass Banken ein Wertpapier umso leichter erwerben können, je besser diese Wertpapiere von den großen Ratingagenturen bewertet werden. Konnten Banken also Wertpapiere mit einem guten Rating in ihrem Portfolio vermelden, mussten sie dementsprechend nur wenig Eigenkapital im Verhältnis zu Fremdmitteln zurückhalten. Erst BASEL II machte die Privatunternehmen Ratingagenturen zu offiziellen Schiedsrichtern bei der Kreditvergabe.

 

So wanderten in die Wertpapiertresore aller namhaften Banken auf einmal vornehmlich besonders "attraktiv" geratete Immobilienverbriefungen aus den USA und auch lieber Staatsanleihen aus Italien, Spanien, Griechenland und Portugal anstatt weniger gut gerateter Anleihen von BMW oder Siemens. Mittelständische Betriebe konnten vor dem gut gemeinten Eingriff durch die Politik vor allem auf langjährige gute Geschäftsbeziehungen mit ihrer Hausbank vertrauen um Kredite zu erhalten. Das war nun vorbei!

 

Folglich sollten wir feststellen, dass jeder "gute" Eingriff der Politik in den Markt auch weniger gute Auswirkungen mit sich bringt. Das Chaos bahnt sich seinen Weg zurück. Und während die politischen Entscheider so vieler Länder über die Macht der Ratingagenturen debattieren, womöglich gar eine "gute" europäische Ratingbehörde zur Verschlimmbesserung der Lage subventionieren wollen, diskutieren gleiche oder andere Politiker über die Details des nächsten und noch viel besseren Ordnungs- und Sicherheitsbeschaffers BASEL III.

Augen zu und durch!

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